Vorträge

China im Jahr des Drachen
Aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen

PROF. DR. EBERHARD SANDSCHNEIDER, DGAP BERLIN & FU BERLIN

Nach der chinesischen Astrologie empfiehlt es sich, im glücksbringenden Jahr 2012 ehrgeizige Projekte in Angriff zu nehmen. Alles verspricht größere Dimensionen anzunehmen — allerdings auch negative Effekte. Ob diese Prognose auch auf chinesische Realitäten im kommenden Jahr passt? Wo liegen die Herausforderungen? Der renommierte Analyst und Berater Eberhard Sandschneider präsentiert seine Einschätzung zur Lage der chinesischen Nation und lädt mit pragmatischen Äußerungen zur Diskussion ein.

Eberhard Sandschneider ist Otto Wolff-Direktor des Forschungsinstitutes der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik und Inhaber des Lehrstuhls für Politik Chinas und Internationale Beziehungen an der Freien Universität Berlin.

30. Januar 2012

Spurensuche zu einem vergessenen General und Krieg
Zu Dashou (ca. 1579?-1656) und sein Grab

PROF. KLAAS RUITENBEEK, MUSEUM FÜR ASIATISCHE KUNST DER STAATLICHEN MUSEEN ZU BERLIN

General Zu Dashou war begabter Stratege und einer der wichtigsten Akteure im Krieg der Ming-Dynastie gegen die Mandschu (1618-1644), beteiligt an einigen der größten Siege, Niederlagen und Skandale in diesem Krieg. 1642 musste er kapitulieren, doch entgegen des damaligen Ehrenkodex legte er nicht Hand an sich, sondern unterwarf sich den Mandschu. Dies hat seinen Ruf in der späteren Geschichtsschreibung beeinträchtigt.

Im Jahre 1919 erwarb das Royal Ontario Museum in Toronto die Steinskulpturen einer Grabanlage, die nach Überlieferung Zu Dashou gehörte. Der Vortrag widmet sich zunächst der Frage der Glaubwürdigkeit dieser Identifizierung und erzählt dann von Zu Dashous historischer Rolle und den Orten, an denen er tätig war.

Klaas Ruitenbeek ist Direktor des Museums für Asiatische Kunst, Staatliche Museen zu Berlin. 1996-2009 war er Kustos der Asienabteilung im Royal Ontario Museum, Toronto.

13. Februar 2012

Lost in Translation?
Chinesisch-afrikanische Arbeitsbeziehungen zwischen Konflikt und sozialer Innovation

DR. KARSTEN GIESE, GIGA HAMBURG

Erst kürzlich von Feldforschungen auf dem afrikanischen Kontinent zurückgekehrt, lenkt Karsten Giese den Blick von viel diskutierten und durchaus streitbaren Großprojekten Chinas in Afrika auf die vielen tausend Familienunternehmen im Handel, die sich überall im urbanen Afrika angesiedelt haben und in ihren Geschäfts- und Arbeitsbeziehungen zur lokalen Bevölkerung einer ganz anderen Logik folgen. Es werden Interaktionsformen, Probleme der interkulturellen Kommunikation sowie die Rolle chinesischer Kleinunternehmer als Agenten sozialer Innovation diskutiert.

Karsten Giese ist wissenschaftlicher Referent am GIGA Institut für Asien-Studien Hamburg und international anerkannter Experte für Außen- und Sicherheitspolitik der VR China, soziokulturellen Wandel, Internet und Migration.

2. April 2012

Chinas Große Mauer

DR. HANS-WILM SCHÜTTE, HAMBURG

Die große Mauer ist die chinesische Sehenswürdigkeit, weltweit eine Attraktion und Symbol für das Reich der Mitte. Verlässliches ist über die gewaltige Grenzbefestigung jedoch kaum bekannt. Der Vortrag stellt die Mauer im Bild vor, berichtet von Recherchereisen und fasst die wichtigsten neuen Erkenntnisse zur Geschichte der Grenzbefestigungen Chinas zusammen.

Hans-Wilm Schütte ist Sinologe, freier Publizist und zählt durch seine Chinareiseführer (Marco Polo, Baedeker) zu den meistgelesenen deutschen China-Autoren. Das von ihm mitherausgegebene "Große China-Lexikon" ist längst ein Standardwerk.

11. Juni 2012

Joining the Green Growth Ride
Chinas neue Strategie im globalen Wettbewerb?

DR. DORIS FISCHER, DIE

Grünes Wachstum ist im Jahr der "Rio +20"-Konferenz in aller Munde. Als Rezept gegen den Klimawandel, für mehr Energiesicherheit und für internationale Wettbewerbsfähigkeit hat auch China seine Wachstumsstrategien begrünt. Beobachter schwanken zwischen Begeisterung für die chinesischen Initiativen und Skepsis hinsichtlich der Umsetzung und der Größe der Aufgabe. Der Vortrag führt in die chinesischen Strategien ein und beleuchtet die Chancen, dass China durch grünes Wachstum ökonomische und technologische Dominanz in der Welt erzielen kann.

Doris Fischer ist Ökonomin am Deutschen Institut für Entwicklungspolitik, einem der führenden Forschungsinstitute und Think Tanks zu Fragen globaler Entwicklung und internationaler Entwicklungspolitik weltweit.

2. Juli 2012

125 Jahre modernes Chinesisch in Berlin
Konzert Feichang Fresh / 非常 Fresh

PROF. DR. DR. H.C. MECHTHILD LEUTNER, FU BERLIN / FEICHANG FRESH – 非常 FRESH

Die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem zeitgenössischen China und der modernen Sprachform, dem geschriebenen und gesprochenen Chinesisch, begann in Berlin vor 125 Jahren. Am 17. Oktober 1887 erfolgte der feierliche Gründungsakt des Seminars für Orientalische Sprachen an der Berliner Universität. Die China-Abteilung unter Leitung Professor Carl Arendts (1838-1902) war von Beginn an die wichtigste der sechs Abteilungen: stark von Studierenden nachgefragt und konstitutiv auch für das 1896 gegründete erste wissenschaftliche Publikationsorgan für das moderne China: Die Mitteilungen des Seminars für Orientalische Sprachen.

Mechthild Leutner, Professorin am Ostasiatischen Seminar und Direktorin des Konfuzius-Instituts an der Freien Universität Berlin hat sich im Zusammenhang ihrer Forschungen zur Kolonial- und Wissenschaftsgeschichte intensiv mit der Entstehung und Entwicklung der China-Abteilung und dem Beginn des modernen Chinesisch- Unterrichts beschäftigt. In ihrem Vortrag wird sie die Anfänge und Entwicklung der modernen Chinastudien in Berlin im zeitgenössischen kolonialen Kontext, in der Weimarer Republik und während des Nationalsozialismus auf der Grundlage ihrer neuesten Forschungen darstellen, bevor der musikalische Teil uns zurück in die Gegenwart führt.

Auftreten wird "China's hottest Laowai Boyband" Feichang Fresh / 非常 Fresh, gegründet im Oktober 2010 in Peking von den Berliner Studenten Jacques Wecke und Arseny Knaifel. Die Band war mit ihrer Hymne auf die Stadt Peking bekannt geworden und interpretiert modernes Chinesisch auf ganz eigene Art mit Chinapop zwischen Rap und Electro.

19. Oktober 2012

"Die Welt gehört euch, Chinas Zukunft gehört euch"
Jugend als Hoffnungsträger einer chinesischen Moderne

HAUKE NEDDERMANN, M.A., FU BERLIN

Die Sehnsucht nach einem "neuen" China prägte das 20. Jahrhundert – und aufbauen sollte es Chinas junge Generation. Sie war es, die 1919 lautstark nach "Demokratie" und "Wissenschaft" rief. Dreißig Jahre später erklärte Mao sie zum Hoffnungsträger des Sozialismus. Ob in der "Kulturrevolution" oder in den 1980er Jahren: Die Visionen der chinesischen Moderne wandelten sich, nicht jedoch der Mythos von der Jugend als Triebfeder alles Neuen. Der Vortrag rückt Jugendliche als oft vergessene, doch umso bedeutendere Gruppe in den Fokus.

Hauke Neddermann ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Sinologie an der Freien Universität Berlin.

22. Oktober 2012

Soziale Reformen im gegenwärtigen China

PROF. YU KEPING

Yu Keping ist einer der einflussreichsten Intellektuellen Chinas, sein Forschungsgebiet umfasst Politische Philosophie, vergleichende Politikwissenschaft, Globalisierung und Governance. Er ist unter anderem stellvertretender Leiter des "Compilation and Translation Bureau of the Central Committee of the Chinese Communist Party", eines der wichtigsten Think Tanks im Bereich der Politikanalyse und Theoriebildung und des "Center for Chinese Government Innovations" an der Peking-Universität. Seine Publikationen zu Governance-Theorie trugen entscheidend zur Verbreitung und heutigen Popularität des Governance-Begriffes in China bei. Mit seinem 2006 veröffentlichten Artikel "Democracy is a Good Thing" löste er eine weit über politische und Intellektuellenkreise hinausgehende Diskussion über politische Reformen in der VR China aus.

Prof. Yu Keping war Gastwissenschaftler an der FU Berlin und ist derzeit New World Senior Fellow am Ash Center for Democratic Governance and Innovation der John F. Kennedy School of Government der Harvard Universität. Im Anschluss an den Vortrag findet ein kleiner Umtrunk statt.

Eine Kooperation des Konfuzius-Instituts und des SFB700 - Governance in Räumen begrenzter Staatlichkeit

26. Oktober 2012

Chinesische Zukunftsdiskurse historisch und aktuell

PROF. DR. NICOLA SPAKOWSKI, UNI FREIBURG

China wird im Westen eine enorme Bedeutung für die globale Zukunft beigemessen. Wie werden und wurden Zukunftsfragen in China selbst diskutiert? In dem Vortrag wird gezeigt, wie die wechselhafte innere und äußere Lage Chinas Debatten über seine Zukunft geprägt hat.

Nicola Spakowski ist Professorin für Sinologie an der Universität Freiburg. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt bei der Geschichte Chinas seit Beginn des 20. Jahrhunderts.

5. November 2012

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