Vorträge

(Student) Workers in China and Germany –
Challenges, Perspectives, Linkages
Round-Table-Diskussion

Moderation: Prof. Dr. Bettina Gransow, Freie Universität Berlin

Die deutsche und chinesische Arbeitswelt und auch das damit verbundene Selbst- und Fremdbild von Arbeiterinnen und Arbeitern ist großen Veränderungen unterworfen. Wie betrachten deutsche und chinesische Arbeiterinnen und Arbeiter ihre derzeitige Situation in der deutschen und chinesischen Gesellschaft? Wie sehen sie ihre Zukunft und was sind aktuelle Herausforderungen? Wie gestalten sich diese Fragen für MigrantInnen und Studierende? Lassen sich Verbindungen zwischen deutschen und chinesischen ArbeiterInnen herstellen? In einer offenen Diskussionsrunde beschäftigen sich Dr. Lü Tu von der NGO Beijing Migrant Workers Home, Michael Wagner und Susanne Braun von der Abteilung Jugend und Jugendpolitik des Bundesvorstands des Deutschen Gewerkschaftsbunds sowie Kiem Mac als ein Repräsentant arbeitender Studierender mit diesen und weiteren Fragen. Moderiert wird die Veranstaltung von Prof. Dr. Bettina Gransow.

1. Dezember 2014

Mongolisch-chinesische Beziehungen
Herausforderungen einer strategischen Partnerschaft

Dr. Udo Barkmann, Berlin-Ulaanbaatar

6.169 chinesische Unternehmen sind in der Mongolei registriert, jährlich kommen 475 dazu. China ist in der Mongolei mit 3,74 Mrd. USD größter Investor und mit 53 Prozent am mongolischen Außenhandel größter Außenhandelspartner. Die Mongolei und China haben am 25. Oktober 2013 ein mittel- und langfristiges Programm über die Entwicklung ihrer strategischen Partnerschaft verabschiedet. In der Präambel heißt es, dass sie ihre strategische Partnerschaft „zu einem Beispiel für die Beziehungen zwischen Staaten“ entwickeln wollen. Der Vortrag beleuchtet die mongolisch-chinesischen Beziehungen und diskutiert die strategische Partnerschaft zwischen beiden Ländern.

Udo B. Barkmann war von 2001-2013 im Auftrag des DAAD als Professor für Mongolistik an der National University of Mongolia in Ulaanbaatar tätig. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die moderne Geschichte der Mongolei unter besonderer Berücksichtigung des Transformationsprozesses, des politischen Systems und der Entwicklung der politischen Elite sowie die Geschichte der Außenbeziehungen der Mongolei und ihre Bezüge zur regionalen und internationalen Politik.

20. Januar 2014

Aktuelle wirtschaftliche Entwicklungen in der VR China

ZHANG Jiaqiang 张加强, Botschaft der VR China in Deutschland

Die chinesische Wirtschaft wächst mit 7,5 Prozent so langsam wie in den vergangenen 23 Jahren nicht mehr. Diese Verlangsamung ist mit Rücksicht auf Qualität, Ressourcenschonung, Umweltschutz u.ä. größtenteils kalkuliert, so der Referent. Er zeigt die externen und internen Ursachen für die aktuelle wirtschaftliche Situation auf, spricht über die Bedeutung von Handelspartnern und die deutsch-chinesische Zusammenarbeit im Besonderen und präsentiert die jüngsten umfassenden und vertiefenden Reformbeschlüsse des Dritten Plenums des 18. Zentralkomitees der KP Chinas im November 2013 − ein Termin, der traditionell als weichenstellend nach einem Führungswechsel in China gilt.

Zhang Jiaqiang ist Botschaftsrat der Wirtschaftsabteilung der Botschaft der VR China in Deutschland.

17. Februar 2014

Lokale Chinesische Umweltpolitik
Herausforderungen und Innovationen

Prof. Dr. Genia Kostka, Frankfurt School of Finance and Management

Das Vortrag analysiert, warum die Umsetzung der nationalen Umweltpolitik häufig an Problemen auf lokaler Ebene scheitert. Die Ergebnisse zeigen, dass Regierungsbeamte die nationalen Energieeffizienz-Richtlinien mit anderen dringenden wirtschaftlichen oder sozialen Maßnahmen "bündeln" und ihre Ziele mit einflussreichen Interessengruppen verbinden. Die Ergebnisse basieren auf einer mehrmonatigen Feldforschung in Hunan, Shandong, Shanxi und der Inneren Mongolei.

Genia Kostka ist Juniorprofessorin für Chinese Business Studies an der Frankfurt School of Finance and Management. Zu ihren gegenwärtigen Forschungsschwerpunkten zählen lokale Umwelt- und Energiepolitik in China, Institutionenwandel, und politische Entscheidungsprozesse.

14. April 2014

Konzepte und Bezeichnungen des Krankseins in der historischen chinesischen Medizin

Prof. Dr. Paul Ulrich Unschuld, HGI, Charité Berlin

Dieser Vortrag zeichnet die Entwicklung einer im Westen kaum wahrgenommenen Vielfalt der Deutungen und Bezeichnungen des Krankseins in der chinesischen Kultur über fast drei Jahrtausende nach. Er erläutert die Dominanz einer theoriefernen, umgangssprachlichen Terminologie in der pharmazeutisch-therapeutischen Literatur und schildert die Yinyang- und Fünf-Phasen-Lehren als der Oberschicht vorbehaltene Theorien der Permanenz von Gewalt und Vergeltung in Natur und Gesellschaft. Ziel des Vortrags ist es, die tiefe kulturelle Verwurzelung der chinesischen Auffassungen vom Kranksein und die Parallelen und Unterschiede zu europäischen Denkansätzen zu verdeutlichen.

Paul Unschuld ist Sinologe und Medizinhistoriker. Über mehrere Jahrzehnte hinweg hat er sich mit der Geschichte, Theorie und Ethik chinesischer Heilkunde befaßt und dazu zahlreiche Bücher und Aufsätze verfaßt.

19. Mai 2014

Konfuzianismus und seine Bedeutung in China heute

Prof. Dr. Peng Lin, Qinghua Universität, Peking

Vortrag auf Chinesisch mit deutscher Übersetzung

Prof. Dr. Peng Lin ist Professor am Department of History an der Qinghua Universität und Direktor des Chinese Confucian Classics Studies Center. Er hat als Gastwissenschaftler in verschiedenen Institutionen auf der ganzen Welt gewirkt. Von ihm stammen zahlreiche Veröffentlichungen zur chinesischen Kultur, darunter mehr als 100 Forschungsaufsätze.

23. Juni 2014

»Mainstream Power«
Musik und Politik in der VR China

Prof. Dr. Andreas Steen, Aarhus University

Der musikalische „Mainstream“ bezeichnet die Musikformen in China, die primär durch die offiziellen Massenmedien gefördert und über sie ausgestrahlt werden. Im Idealfall handelt es sich um „rote Lieder“, d.h. Revolutions- und Propagandalieder, deren Geschichte bis in die Gründungsphase der Kommunistischen Partei Chinas zurückreicht. Innerhalb des letzten Jahrzehnts erlebten diese „roten Lieder“ einen enormen Aufschwung und erreichten ein Millionenpublikum.

Der Vortrag behandelt dieses im Westen kaum zur Kenntnis genommene Phänomen und bietet Einblick in die Strategien, Konflikte und Erfolge der gegenwärtigen Kulturpolitik Chinas. Dabei wird deutlich, dass die Popularität dieses Genres nicht nur seiner historischen Bedeutung, sondern auch seiner inhaltlichen und stilistischen Erweiterung und der Attraktivität des chinesischen Marktes zuzuschreiben ist. Im Ergebnis wird – trotz nicht zu übersehender alternativer Trends – Patriotismus und Nationalstolz gestärkt.

Andreas Steen ist Associate Professor für moderne Geschichte und Kultur Chinas an der Aarhus Universität in Dänemark. Chinas Kulturindustrie und Populärkultur im 20. Jahrhundert, insbesondere die Pop- und Rockmusik, sind Schwerpunkte seiner wissenschaftlichen Arbeit.

30. Juni 2014

"When the Past was not a Foreign Country"
Early World-Historical Writing in China

EXPERTENRUNDE – Dr. FAN Xin, State University of New York at Fredonia

Historians today have attempted to transcend national histories in favor of a more transnational or international approach to historical inquiry. Yet, this approach to historical study is not new. By examining the Xishi gangmu, an early Chinese text on ancient world history, Fan Xin argues that early Chinese world-historical writers held a much nuanced view of time and space in their conception of history. For them, the ancient past of foreign countries could offer important lessons to contemporaneous Chinese society. This holistic thinking echoes traditional Chinese beliefs in historical humanism and offers a promising alternative view of history.

In der »Expertenrunde« stellen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die zu Gast an der Freien Universität Berlin sind, ihre chinabezogenen Forschungsarbeiten vor. Vortrag und Diskussion in englischer Sprache.

Dr. Fan Xin is assistant professor of East Asian History at the State University of New York at Fredonia. His research interests include modern Chinese historiography and intellectual history.

14. Juli 2014

Verfolgte China-Wissenschaftler, 1933-1945
Die fehlende Generation

Prof. Dr. Dr. h. c. Mechthild Leutner, Freie Universität Berlin

In dem Eröffnungsvortrag zur gleichnamigen Ausstellung wird gezeigt, welche gravierenden Auswirkungen die nationalsozialistische Diktatur auch auf das noch junge Fach Sinologie und die wissenschaftliche Beschäftigung mit China insgesamt hatte. Von etwa 50 Personen, die sich in den 1930er Jahren im weiteren Sinne mit China wissenschaftlich beschäftigten, waren mehr als 30 gezwungen zu emigrieren, erhielten Berufsverbot oder kehrten von Auslandsaufenthalten nicht mehr nach Deutschland zurück. Die von ihnen repräsentierte Ausdifferenzierung des Faches fehlte nach 1945, und es dauerte mehr als 30 Jahre, bis sich in beiden Teilen Deutschlands erneut eine jüngere Generation mit einem so breiten Fachverständnis herausgebildet hatte, wie es vor 1933 etabliert gewesen war.

Roberto Liebenthal, der Enkel des international hoch anerkannten Spezialisten für chinesischen Buddhismus, Walter Liebenthal (1886-1982), der von 1934 bis 1952 im Exil in China war, wird über die Auswirkungen von Verfolgung und Exil auf seine Familie sprechen.

Mechthild Leutner ist Universitäts-Professorin für Staat, Gesellschaft und Kultur des modernen China im Fach Sinologie am Ostasiatischen Seminar und Direktorin des Konfuzius-Instituts an der Freien Universität Berlin. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind die neuere Geschichte und Zeitgeschichte Chinas.

29. Oktober 2014

Die Peking-Oper
Ausführungen am Beispiel einer Adaption
nach H.C. Andersens »Die Nachtigall«

Karsten Gundermann, Hamburg

Im Jahr 1992 wurde der 16 Jahre junge Karsten Gundermann als erster ausländischer Student an der National Academy of Chinese Theatre Arts in Peking aufgenommen. Dort erarbeitete er seine Peking-Oper Die Nachtigall, die sowohl im Ausland als auch in China ein Publikumserfolg wurde und ein Paradebeispiel des Kulturaustausches zwischen West und Ost darstellt. Im Rahmen des Vortrags werden Auszüge einer 20 Jahre nach der Uraufführung entstandenen Dokumentation gezeigt, die schauspielerische Nuancen der Pekingoperndarsteller offenbart, die dem Theaterpublikum sonst verborgen bleiben.

24. November 2014

Veranstaltungsprogramm –
Auswahl