Ausstellungen

Verfolgte China-Wissenschaftler 1933-45
Die fehlende Generation

Konzept: Prof. Dr. Dr. h.c. Mechthild Leutner, Freie Universität Berlin, und Dagmar Yu-Dembski

Die nationalsozialistische Diktatur hatte auch gravierende Auswirkungen auf das noch junge Fach Sinologie und die wissenschaftliche Beschäftigung mit China insgesamt. Von etwa 50 Personen, die in Universitäten, Museen, Verlagen, Bibliotheken oder anderen Institutionen sich im weiteren Sinne mit China wissenschaftlich beschäftigten oder gerade ihr Studium abgeschlossen hatten, waren mehr als 30 gezwungen, zu emigrieren, erhielten Berufsverbot oder kehrten von China- und anderen Auslandsaufenthalten nicht mehr nach Deutschland zurück.

Die Ausstellung zeigt die lebensgeschichtlichen Brüche der Verfolgten auf und verdeutlicht die Auswirkungen auf die Ausprägung des Faches nicht allein während der Zeit des Faschismus, sondern auch danach - bis heute.

Ab 30. Oktober 2014

Karikaturen von Lao Du

Du Jinsu, Künstlername Lao Du 老杜, wurde 1965 in Yinchuan, der Hauptstadt der Autonomen Region Ningxia, geboren. Nach dem Studium an der Kunstakademie in Xi’an war er zunächst in der Kulturbehörde seiner Heimatstadt tätig war. Zu Beginn der 1990er Jahre arbeitete er für die Tageszeitung „Beijing Youth Daily“, für die er regelmäßig Karikaturen zu aktuellen Themen wie Umweltprobleme oder Folgen der Wirtschaftsreform anfertigte. Im Jahr 2000 erschien eine Sammlung seiner Zeitungskarikaturen unter dem Titel „Lao Du’s News Cartoons“ als Buch. In der Berliner Ausstellung, die mit großem Erfolg zuerst im Oktober 2013 im neu eröffneten Konfuzius-Institut Bremen zu sehen war, wird Lao Du eine Auswahl seiner Karikaturen aus zwei Jahrzehnten vorstellen.

5. Februar bis 30. April 2015

Der weibliche Blick

Drei Künstlerinnen, die seit mehreren Jahren in Deutschland leben und arbeiten, stellen ihre jüngsten Arbeiten im Konfuzius-Institut vor. Unter der gemeinsamen Fragestellung nach einem spezifisch weiblichen Blick lassen ihre Werke jedoch letztlich ganz unterschiedliche künstlerische Konzepte und eine jeweils eigene kreative Identität erkennen.

WANG Lan stammt aus der Provinz Guizhou, wo sie ihre Ausbildung in traditioneller chinesischer Malerei begann. In Deutschland studierte sie an der Kunsthochschule Kassel Textildesign. Den Einfluss dieses Studiengangs belegen ihre großformatigen Bilder mit den textilen Elementen. Charakteristisch für ihr künstlerisches Schaffen sind die farbenfrohen Stickereien, in denen sich auch ihre Herkunft aus dem Minderheitengebiet ihrer Heimatprovinz widerspiegelt.

Xiaozhou MA (Jg. 1979), die aus der Stadt Tianjin stammt, schloss ihr Studium an der Nationalen Kunstakademie in Peking ab. Die Figuren ihrer Ölbilder erinnern an rätselhafte Traumbilder und verweisen in ihrem leuchtenden Farbauftrag gleichzeitig an japanische Mangas.

Simao YU (Jg. 1986) hat nach einem Studium der Kunstpädagogik und Kunstgeschickte in München ein Studium an der Hochschule für Bildende Kunst Braunschweig aufgenommen. Die vielseitige Künstlerin malt, zeichnet, fotografiert und arbeitet mit Objekten und Installationen. Für die Ausstellung zeigt sie einige Arbeiten auf Papier, die als Raum- und Bildinstallationen produziert wurden und sich dem Thema „Menschenbild“ widmen.

7. Mai bis 21. Oktober 2015

Dreihundert Jahre Chinesisch in Deutschland –
Annäherungen an ein fernes Land

Die Ausstellung widmet sich der historischen Auseinandersetzung mit der chinesischen Sprache in Deutschland.

Die Geschichte beginnt im 17. Jahrhundert mit der Aneignung chinesischer Texte unter dem großen Kurfürsten, beschreibt die Professionalisierung des Chinesischen als „lebende“ Sprache am Seminar für Orientalische Sprachen an der Berliner Universität im Jahr 1887 und schildert die Entwicklungen des Chinesisch-Unterrichts vom Orchideenfach zum Abiturfach.

21. Oktober bis 15. November 2015

Walter Liebenthal (1886-1982) und seine Forschungen zum chinesischen Buddhismus
Ein Leben im Exil

Walter Liebenthal (1886 –1982), Indologe und Sinologe, war einer der ersten Wissenschaftler, der sich intensiv speziell mit dem chinesischen Buddhismus befasst hat. Auf der Suche nach alternativen philosophischen Entwürfen begann er sich für den Buddhismus zu interessieren. Im Jahr 1933, nach der nationalsozialistischen Machtübernahme, war auch der gerade promovierte Walter Liebenthal wegen seiner jüdischen Herkunft gezwungen zu emigrieren: China bot ihm und seiner Familie Zuflucht und die Möglichkeit, seine Forschungen, zunächst am Sino-Indian Institute in Peking, dann nach der japanischen Aggression im Landesinnern in Kunming und 1945 bis 1952 erneut in Peking, weiterzuführen.

Was sind die Charakteristika des chinesischen Buddhismus und welche Grundgedanken des Buddhismus sind auch in der Gegenwart wichtig – diese Fragen sollten zu zentralen Fragen seiner zahlreichen Schriften werden.

Die Ausstellung sucht erstmals den außergewöhnlichen Lebensweg und die Forschungsschwerpunkte dieses Wissenschaftlers aufzuarbeiten und im Kontext von Emigration und Exil zu analysieren.

Konzept: Prof. Dr. Dr. h.c. Mechthild Leutner, Freie Universität Berlin, und Roberto Liebenthal, MBA, Buenos Aires. Eröffnungsvorträge: Prof. Dr. Dr. h.c. Mechthild Leutner, Roberto Liebenthal, MBA

29. Oktober 2015 – 14. Januar 2016

Veranstaltungsprogramm –
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