Konfuzius-Institut an der Freien Universität Berlin
 

Lesung

Mulans Töchter
Bettine Vriesekoop

In ihrem Buch Mulans Töchter lässt Bettine Vriesekoop Frauen aus Chinas neuer Mittelklasse zu Wort kommen. Wie orientieren sie sich an historischen Vorbildern und treten gleichzeitig aus deren konservativen Schatten heraus? Für ihr Buch führte Bettine Vriesekoop zahlreiche Interviews mit Frauenrechtlerinnen, Unternehmerinnen, Prostituierten, Lesben und Wissenschaftlerinnen und ermöglicht so einen Einblick in die ungeheuren gesellschaftlichen Veränderungen des modernen Chinas. Ihre beeindruckenden Frauenporträts sind eingebettet in einen historischen Rahmen zur Stellung der Frau im Laufe der Jahrhunderte.

Nach ihrer aktiven Zeit als international erfolgreiche Tischtennisspielerin entschloss sich die Niederländerin Bettine Vriesekoop ein Sinologiestudium zu absolvieren. Seitdem arbeitet sie als Auslandskorrespondentin für NRC Handelsblad und niederländische TV- und Rundfunkstationen in Peking. Gleichzeitig ist sie auch als Autorin tätig und einige Bücher über ihre Begegnungen mit China sind bereits erschienen.

Bettine Vriesekoop: Mulans Töchter. Wie moderne Frauen das Gesicht Chinas verändern (aus dem Niederländischen von Bärbel Jänicke), Pirmoni Verlag 2018, 244 Seiten.

Dienstag, 5. März 2019

18.15 Uhr

Tagebuch eines Wahnsinnigen

Mit einführenden Worten von Prof. Dr. Richard Trappl, Universität Wien

Reinhard Hauser, ehemaliger Schauspieler des Burgtheaters Wien und Intendant des Landestheaters St. Pölten, rezitiert die dramatisierte Fassung der Novelle „Tagebuch eines Wahnsinnigen“ von LuXun, eine der bekanntesten Erzählungen der modernen chinesischen Literatur. Der Cellist Taner Türker gestaltet mit Eigenkompositionen die musikdramaturgische Begleitung.

„Tagebuch eines Wahnsinnigen“, veröffentlicht im Jahr 1918, handelt von einem Mann, der wähnt, die ganze ihn umgebende Kultur sei durch schlecht verhohlenen Kannibalismus geprägt und selbst seine Familie lauere nur darauf, ihn zu fressen. Das “Tagebuch” endet mit den Worten „Rettet die Kinder“. Welch ein Aufruf an die Menschen in unserer Gegenwart!

LuXun veröffentlichte die sozialkritische Erzählung zu einem Zeitpunkt, als die letzte chinesische Kaiserdynastie bereits gestürzt, die Gesellschaft jedoch noch nach den Prinzipien der Feudalethik strukturiert war.

LuXun ist einer der bedeutendsten chinesischen Schriftsteller der Neuzeit. Er wurde 1881als ältester Sohn einer verarmten Familie von Großgrundbesitzern in der ostchinesischen Stadt Shaoxing geboren. „Tagebuch eines Wahnsinnigen“ ist repräsentativ für sein Schaffen, das oft die Missstände der chinesischen Gesellschaft im frühen 20. Jahrhundert anprangert.

Dienstag, 28. Mai 2019

18.15 Uhr

Luo Lingyuan
Gelbe Seide

In ihrem 2018 im OSTASIEN Verlag erschienenen Band „Gelbe Seide“ erzählt die chinesische Autorin Luo Lingyuan mit viel Gespür für Details Geschichten aus China und Deutschland. Die 16 Texte – von der journalistischen Reportage bis zur klassischen Short Story – faszinieren durch die präzise, oft unterkühlte Beschreibung von Schicksalen, die erst durch die literarische Darstellung in unser Blickfeld geraten. In den Begegnungen mit ihren meist weiblichen Protagonisten offenbaren die Texte eine Realität voller Zufälle und Widersprüche.

Luo Lingyuan wurde 1963 in China geboren. Nach dem Studium von Informatik und Journalismus in Shanghai verließ sie ihre Heimat und lebt seit 1990 in Berlin. Sie hat zahlreiche Reportagen und Bücher auf Chinesisch und Deutsch veröffentlicht. Ihr erster Erzählband „Du fliegst jetzt für meinen Sohn aus dem fünften Stock“ (2005) wurde mit dem Chamisso-Förderpreis ausgezeichnet.

Luo Lingyuan: Gelbe Seide: Geschichten aus China und Deutschland (Reihe Phönixfeder), OSTASIEN Verlag 218, 93 Seiten.

Dienstag, 5. November 2019

18.15 Uhr

Vergangene Lesungen

Neue Tendenzen chinesischer Frauenliteratur: Sheng Keyi

Moderation: Dagmar Yu-Dembski

Veranstaltung in Kooperation mit Literarisches Colloquium Berlin

In den letzten Jahren ist in China eine neue Literatur jüngerer Autorinnen zu entdecken. Eine Vertreterin dieser Richtung ist die Schriftstellerin Sheng Keyi (Jahrgang 1973), die mit weiblichem Blick die gesellschaftlichen Realitäten der chinesischen Gegenwart schildert. Ihre Texte handeln vom Leben als Frau in brüchigen Zeiten in einer Gesellschaft, in der Männer im Kampf um das Geld bestimmen und in der aufmüpfige Frauen sich nicht mehr ducken. Sheng Keyis Romane und Erzählungen provozieren durch ihre mutige, direkte Sprache und verweisen auf den Ausbruch aus weiblicher Benachteiligung.

In der Lesung wird Sheng Keyi Ausschnitte aus ihren bekanntesten Werken auf Chinesisch vorstellen.

Mit deutscher Übersetzung.

Montag, 14. Januar 2019

18.15 Uhr

Yaotaos Zeichen

Wu Yi Meng, Berlin

Lyon, Frankreich: Auf dem Dachboden ihrer Großeltern findet Lucie einen alten Koffer mit geheimnisvollen chinesischen Zeichen. Gehörte der etwa ihrem Urgroßvater Yaotao, der in den 1930er Jahren aus China nach Frankreich kam? Plötzlich flattern die Zeichen aus dem Koffer und tanzen durch das Zimmer, um ihr Yaotaos Geschichte zu erzählen.

»Yaotaos Zeichen« ist eine auf historischen Tatsachen beruhende atmosphärische Zeitreise für Groß und Klein, die vom Ankommen in einer fremden Kultur erzählt. Yi Meng Wu ließ sich durch Recherchen im »Fonds Chinois – chinesisches Archiv« aus dem ehemaligen Institut Franco-Chinois 中法大学 in Lyon zu ihrer illustrierten Novelle inspirieren. Neben der Buchvorstellung gibt die Autorin Einblick in den kreativen Schaffensprozess der Erzählung einer franko-chinesischen Familie.

Die in Shanghai geborene Buchkünstlerin und Designerin Yi Meng Wu ist Gründerin des Designbüros »Studio Wu 無« mit dem Fokus auf interkulturelle Gestaltung. Ihre Arbeiten wurden vielfach ausgestellt und international ausgezeichnet, u. a. mit dem German Design Award und dem Golden Pin Award Taiwan.

Dienstag, 20. März 2018

18:15 Uhr