Konfuzius-Institut an der Freien Universität Berlin
 

Vorträge

A New Chinese Culture Coming into Being: Confucianism, Marxism, Liberalism?

Vorträge und Diskussionsrunde mit Yu Keping (Peking-Universität), Chen Hongjie (Peking- Universität), Bettina Gransow (Freie Universität Berlin) und Thomas Heberer (Universität Duisburg-Essen) zu aktuellen Tendenzen der wissenschaftlichen Diskussion in und über China zu Bedeutung und Entwicklung von Konfuzianismus, Marxismus und Liberalismus.

YU KEPING ist Universitätsprofessor, Dekan der School of Government und Direktor des Forschungszentrums für Politikwissenschaft an der Peking-Universität.

CHEN HONGJIE ist Universitätsprofessor an der Graduate School of Education, Peking-Universität.

BETTINA GRANSOW ist apl. Professorin am Institut für Sinologie/Chinastudien der FU Berlin.

THOMAS HEBERER ist Seniorprofessor für Politik und Gesellschaft Chinas am Institut für Politikwissenschaft und am Institut für Ostasienwissenschaften der Universität Duisburg-Essen.

Donnerstag, 23. Mai 2019, 16–19 Uhr

Konfuzius-Institut an der FU Berlin

China als Modell?: Überlegungen zu Politik und Wissenschaft

Prof. Dr. Susanne Weigelin-Schwiedrzik, Universität Wien

Angesichts des Wandels in den internationalen Beziehungen zeigen sich zweierlei Reaktionen auf Chinas zunehmende Bedeutung für die Weltordnung: Die einen setzen auf China, die anderen fürchten es. Hinter den unterschiedlichen Einschätzungen steht eine Frage: Ist China so erfolgreich aufgrund seines autoritären oder trotz seines politischen Regimes? Der Vortrag formuliert am Beispiel der Entwicklung in Forschung und Wissenschaft eine Antwort auf diese Frage. Auf der Grundlage von Informationen zur Wissenschaftspolitik der chinesischen Regierung und Daten zur Wissenschaftsentwicklung arbeitet er heraus, dass diese der Wissenschaft als Grundlage technologischer Neuerung eine zentrale Rolle beimisst und zugleich bewusst auf den Reputationsgewinn für das ganze Land setzt, wenn es darum geht, in manchen Bereichen exzellente Grundlagenforschung zu ermöglichen. Im Vergleich von Naturwissenschaft und Technik einerseits und den Sozial- und Geisteswissenschaften andererseits diskutiert der Vortrag die Grenzen und Möglichkeiten im Verhältnis von Wissenschaft und Politik in der Volksrepublik China.

Montag, 3. Juni 2019, 18.15 Uhr

Konfuzius-Institut an der FU Berlin

Wem „gehört“ die klassische Musik? Chinesische Musiker auf den Bühnen der Welt

Prof. Dr. Barbara Mittler, Heidelberger Centrum für Transkulturelle Studien

Die sogenannte „klassische Musik“ (bei uns auch ernste, E-Musik genannt) ist eine Musiktradition, die sich seit dem 17. Jahrhundert mehr und mehr und in den letzten Jahrzehnten in immer rasanterem Tempo über den Globus verbreitet hat und vor allem in Ostasien ganz besonders erfolgreich war und ist, in Japan, Korea, Taiwan und vor allem auch der VR China. Heute sind die größten Klavier- und Geigenfabriken in China, die meisten Konzerthallen und Opernhäuser werden derzeit in Asien gebaut, China vorne an. Die klassische Musik ist ein wichtiger Teil der chinesischen Gegenwartserfahrung. Auch die Medien haben den Aufschwung der Musik in China beobachtet, der so weit geht, dass China zum “Bewahrer der Tradition” und zum “Morgenland der klassischen Musik” wird. Der Vortrag beleuchtet die Globalisierung klassischer musikalischer Praxis, die Ängste, die diese auslöst, und die Chancen, die sie birgt.

Montag, 29. Juli 2019, 18.15 Uhr

Konfuzius-Institut an der FU Berlin

Big Data in Chinas Politik

Prof. Dr. Christian Göbel, Universität Wien

Die Analyse großer Mengen bürgerbezogener Daten ist ein wichtiger Bestandteil der gegenwärtigen chinesischen Verwaltungsreformen. Erklärtes Ziel der Zentralregierung ist, mit Hilfe der Analyse so genannter „big data“ nicht mehr nur auf Bedürfnisse der Bürger passiv zu reagieren, sondern diese vorherzusagen und auf dieser Grundlage „individuelle und maßgeschneiderte“ Servicelösungen anzubieten. Der Vortrag behandelt zwei Aspekte: zum einen Umfang und Art der von den Lokalregierungen gesammelten, auf Bürgerbedürfnisse bezogenen Daten, zum anderen die Frage, wie Lokalregierungen diese Daten in ihrer Politikgestaltung und -implementierung einbeziehen.

Montag, 14. Oktober 2019, 18.15 Uhr

Konfuzius-Institut an der FU Berlin

Deutsch-chinesische Wirtschaftsbeziehungen in der Gegenwart

Diskussionsrunde unter Leitung von Prof. Dr. Shiwei Shi, University of International Business and Economics, Beijing

China und Deutschland zählen füreinander inzwischen zu den wichtigsten Wirtschaftspartnern. Angesichts der sich stetig entwickelnden deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen werden in der Diskussionsrunde anhand einer aktuellen Bestandsaufnahme unterschiedliche Facetten der Beziehungen aufgezeigt und erörtert. Wo liegen die Herausforderungen und Chancen in der bilateralen Zusammenarbeit und welchen Stellenwert haben die deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen im globalen Kontext?

Montag, 11. November 2019, 18.15 Uhr

Konfuzius-Institut an der FU Berlin

Wohltätigkeit mit chinesischenBesonderheiten – chinesische Stiftungen zwischen Parteistaat und Gesellschaft

Prof. Dr. Katja Levy, Freie Universität Berlin

Traditionell schreibt die Forschungsliteratur gemeinnützigen Stiftungen in den europäischen und nordamerikanischen Gesellschaften bestimmte Funktionen zu. Dazu gehört u.a. die Umverteilung von Vermögen oder die Verbesserung der Effizienz von Dritte-Sektor-Organisationen. Vielfach erwartet man von diesen Organisationen auch, dass sie als Impulsgeber für gesellschaftlichen Wandel und Förderer von gesellschaftlicher Pluralität fungieren. Katja Levy betrachtet gemeinnützige inländische Stiftungen in der VR China und fragt nach den Funktionen, die sie in ihrer eigenen Gesellschaft übernehmen.

Montag, 18. November 2019, 18.15 Uhr

Konfuzius-Institut an der FU Berlin

Vergangene Vorträge

Chinas globale Ambitionen

Prof. Dr. Eberhard Sandschneider

Die internationalen Beziehungen haben sich im Laufe der letzten zwei Jahre rasant verändert und sind zunehmend geprägt durch nationale Interessen, die langdauernde globale Zusammenarbeit in Frage stellen. Angesichts dieser Tendenzen ist es wichtig, neue Analysen der Hauptakteure vorzunehmen. Eberhard Sandschneider beleuchtet in seinem Vortrag insbesondere die aktuellen Positionen Chinas und diskutiert, welche Rolle das Land in der Refigurierung der internationalen Beziehungen einnimmt.

Montag, 21. Januar 2019, 18:15 Uhr

Konfuzius-Institut an der FU Berlin

Chinese early views of transnational cultural dialogue
and their recent revival
侨学 or Qiaology in the eyes of Li Shizeng 李石曾
and its new interpretation

Prof. Marianne Bastid-Bruguière, Institut de France, Paris

It is not in the past forty years only that China has been deeply engaged in global cultural exchange and dialogue. In the first half of the 20th century, Chinese elites and many ordinary Chinese people experienced extended contacts with the world outside China and discussed about what should be borrowed or imitated in the foreign world of knowledge and techniques in order to improve their own living, or to enrich China. Some developed a broader and more original reflection about the actual working, use and meaning of international intercourse. The founders of this reflection were four friends and major figures of the late Qing and Republican period, Li Shizeng 李石曾 (1881-1973), Wu Zhihui 吴稚晖 (1865-1953), Cai Yuanpei 蔡元培 (1868-1940) and Zhang Jingjiang 张静江 (1877-1950). They looked at this reflection and investigation as both a new branch of learning and a new tool of social engineering, and called it qiaoxue 侨学, translatable as “overseas learning”. After having fallen into oblivion after 1950, the idea of qiaoxue has been rediscovered some ten years ago by Chinese scholars interested in comparative literature, modern thought and culture and was changed into the idea of qiaoyixue 侨易学, the study of changes brought about by expatriation.

The lecture discusses the concept of qiaoxue as shaped by Li Shizeng and his friends in the first half of the 20th century, and looks into its revival, its transformation into qiaoyi, and its significance in the early 21st century.

Montag, 22. Januar 2018, 18.15 Uhr

R. 203 (großer Hörsaal)

Die Neue Seidenstraßeninitiative als Entwicklungsstrategie und ihre Chancen für Europa

Prof. Dr. Shiwei Shi, University of International Business
and Economics, Beijing

Die aktive Teilnahme an der Globalisierung hat China in den letzten 30 Jahren hohes Wachstum gebracht. Mit der Neuen Seidenstraßeninitiative will die chinesische Regierung neue Impulse für eine vertiefte Integration der Weltwirtschaft geben und Chinas Erfahrungen und Kapazitäten weltweit teilen. Gleichzeitig sichert und baut China seine Marktposition weiter aus. Kern der Neuen Seidenstraßeninitiative ist der Aufbau einer interkontinentalen Infrastruktur. Welche Bedeutung hat die Initiative für eine Neue Seidenstraße für Europa?

Montag, 5. Februar 2018, 18.15 Uhr

R. 203 (großer Hörsaal)

»Beauty without order«. Der europäische Landschaftsgarten –
ein Kulturimport aus China?

Dr. Hans von Trotha, Berlin

Die Gartenkunst, meinte A.W. Schlegel, sei die einzige Kunst, in dem die Engländer „Anspruch machen können, original zu sein". Er meinte damit den Landschaftsgarten, der Europa im 18. Jahrhundert unter dem Namen Englischer Garten flächendeckend prägte. In China hatte es Landschaftsgärten schon Jahrhunderte zuvor gegeben. Da lag und liegt der Schluss nahe, Europa habe sich hier an der chinesischen Tradition orientiert. Doch ist das wirklich ein folgerichtiger Schluss? Der Vortrag geht dieser Frage anhand von Quellen und Fallbeispielen nach.

Montag, 5. März 2018, 18.15 Uhr

R. 203 (großer Hörsaal)

Konzepte und Entwicklungen der chinesischen Berufsbildung

Dr. Liu Lixin, ​​Gesandter-Botschaftsrat für Bildung der Botschaft der Volksrepublik China in der Bundesrepublik Deutschland

Dr. Liu Lixin wird in seinem Vortrag die Reformen der chinesischen Berufsbildung vor dem Hintergrund von 40 Jahren wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Entwicklungen seit Beginn der Öffnungspolitik 1978 darstellen. Gleichzeitig werden aktuelle Tendenzen und zukünftige Entwicklungsziele im Hinblick auf die Erfahrungen sozioökonomischer Umbrüche beleuchtet.

Dr. Liu Lixin ist Gesandter-Botschaftsrat der Botschaft der Volksrepublik China. Er hat mehr als 25 Jahre die Bildungskooperation zwischen China und Deutschland betreut und zahlreiche bilaterale Programme und Projekte mitgestaltet und bei der Umsetzung mitgewirkt. Von Oktober 2012 bis Februar 2017 war er stellvertretender Leiter des Zentralinstituts für Berufliche Bildung des Bildungsministeriums der VR China.

Montag, 28. Mai 2018, 18:15 Uhr

Konfuzius-Institut an der FU Berlin

Chinas Rolle in einer globalisierten Welt
Verständnis der inneren Beschaffenheit Chinas

Prof. Dr. Thomas Heberer, Universität Duisburg-Essen

Der Vortrag befasst sich primär mit der aktuellen inneren Verfasstheit Chinas. Ausgehend von der Funktionalität des chinesischen Staates als „Entwicklungsstaat“ versucht Thomas Heberer das Verhalten und die Strategien dieses Staates und seiner Interaktion mit der Gesellschaft nachzuvollziehen und zu erklären, speziell auch im Hinblick auf die Ergebnisse des 19. Parteitages im letzten Oktober. Der mosaikhafte Charakter Chinas, d.h. die regionale, kulturelle und damit auch politische Heterogenität wird in dem Vortrag besonders betont.

Montag, 18. Juni 2018, 18:15 Uhr

R. 203 (großer Hörsaal)

Chinas Politik der „neuartigen Urbanisierung“
Ein neuer Ansatz für ländliche Entwicklung?

Prof. Dr. Elena Meyer-Clement, Freie Universität Berlin

Aus ländlicher Perspektive ist Chinas Urbanisierungsprojekt nicht nur eine Geschichte von Modernisierung und sozialem Wandel, sondern auch von gewalttätigen Konflikten um Bodenenteignungen, Umsiedlungen und die Zerstörung von Dörfern. Die chinesische Führung begegnet den Unruhen seit einigen Jahren mit dem politischen Programm der sogenannten „neuartigen Urbanisierung“. Diese soll grundsätzlich humanistisch geprägt sein und die Teilhabe der ländlichen Bevölkerung an den Früchten der Urbanisierung verbessern. Der Vortrag stellt Chinas Politik der „neuartigen Urbanisierung“ vor und erörtert ihre Bedeutung für die ländliche Entwicklung. Dabei gibt er Einblick in wichtige Reformprozesse, insbesondere in der Migrations- und der Bodenpolitik, und fragt nach den möglichen Auswirkungen auf die konflikthaften Wandlungsprozesse in Chinas ländlichem Raum.

Montag, 2. Juli 2018, 18:15 Uhr

R. 203 (großer Hörsaal)

Neue Wege mit chinesischer Pekingoper

Anna Peschke

Die Regisseurin Anna Peschke inszenierte 2015 die zeitgenössische Pekingoper „Faust“ in Zusammenarbeit mit der National Beijing Opera Company und der italienischen Theaterstiftung Emilia Romagna (ERT).

Anna Peschke wird von ihren Erfahrungen der Inszenierung berichten und schildern, wie die Synthese von westlichem Performance-Theater, Goethes Klassiker und Pekingoper möglich wurde.

Wo kamen Experimente und Neuerungen zustande? Wo und aus welchen Gründen wurde die Tradition gewahrt?

Erläuternd gibt sie eine Einführung in die traditionelle Pekingoper: die Rollenfächer und Kostüme, die Darstellungsregeln und Codes sowie die Besonderheiten des Bühnenbildes.

Montag, 10. September 2018, 18:15 Uhr

R. 203 (großer Hörsaal)

Deutsch-chinesische Beziehungen in der Gegenwart:
ein stabiler Faktor angesichts sich neu formierender internationaler Beziehungen?

Prof. Dr. Yu-ru Lian, Peking-Universität

Angesichts zunehmender Konflikte in den internationalen Wirtschafts- und Handelsbeziehungen stellt sich die Frage, wie die Politik, die deutsche wie die chinesische, darauf reagiert und welche Konsequenzen sich für die deutsch-chinesischen Beziehungen daraus ergeben. Welchen Stellenwert hat heute die deutsch-chinesische Zusammenarbeit? Frau Professor Lian wird in ihrem Vortrag die Positionen der chinesischen Seite vorstellen und einordnen und versuchen, sich mit diesen Fragen aus chinesischer Perspektive auseinanderzusetzen.

Yu-ru Lian ist Professorin und Vizedirektorin an der Fakultät für Internationale Politik der School of International Studies und Mitglied des Zentrums für Deutschlandstudien an der Peking-Universität. Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen EU-Studien im Allgemeinen und Deutschland-Studien im Besonderen sowie die Beziehungen zwischen China und Deutschland bzw. Europa. Professor Lian ist seit Jahrzehnten mit den Entwicklungen in Deutschland und Europa vertraut und wurde mit dem Deutsch-chinesischen Freundschaftspreis ausgezeichnet.

Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Veranstaltungsort:

Konfuzius-Institut an der Freien Universität Berlin
Goßlerstraße 2-4
14195 Berlin

Montag, 17. September 2018, 18.15 Uhr