Konfuzius-Institut an der Freien Universität Berlin
 

Vorträge

Einführung in die Traditionelle Chinesische Medizin

Prof. Zhou Chunxiang, Nanjing Universität

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) spielt in China eine bedeutende Rolle, einige Behandlungsmethoden und –maßnahmen der Traditionellen Chinesischen Medizin wurden weltweit rezipiert und bekannt gemacht. Um das Verständnis der Traditionellen Chinesischen Medizin zu fördern, haben das Konfuzius-Institut an der Freien Universität Berlin und der Chinesische Frauenverband Berlin vier international bekannte Professoren der Nanjing Universität für Chinesische Medizin eingeladen. Prof. Zhou Chunxiang stellt in seinem Vortrag Therapie- und Behandlungsformen der chinesischen Medizin vor. Im Anschluss bieten Prof. Zhou Chunxiang, Prof. Tan Yong, Prof. Zhang Gongyu und Prof. Zhang Jianbin die Möglichkeit für individuelle Fragen zur Traditionellen Chinesischen Medizin.

Veranstaltung in chinesischer Sprache mit deutscher Übersetzung.

Freitag, 24. November 2017, 13:30 Uhr

R. 203 (großer Hörsaal)

Vergangene Vorträge

Was bewegt die chinesische Intelligenz heute?
Diskussionsrunde

Diskussionsrunde mit Chen Hongjie (Peking- Universität), Bettina Gransow (Freie Universität Berlin) und Qu Jingdong (Peking-Universität) zu den wissenschaftlichen Diskussionen in China und zur Rolle von public intellectuals.

Chen Hongjie ist Professor an der Graduate School of Education, Peking-Universität. Bettina Gransow ist Apl. Professorin am Institut für Sinologie/Chinastudien der FU Berlin. Qu Jingdong ist Professor am Institute of Sociology und Vice President of the Research Institute of Humanities and Social Sciences, Peking-Universität.

Dienstag, 24. Januar 2017

18:15 Uhr

Carl Arendt (1838-1902) und die Entwicklung der Chinawissenschaft

Prof. Dr. Dr. h.c. Mechthild Leutner, Freie Universität Berlin

Vortrag zu der soeben erschienenen Monographie von Mechthild Leutner über Carl Arendt, Dolmetscher und späterer Professor für Chinesisch am Seminar für Orientalische Sprachen an der Berliner Universität. Arendt spielte eine entscheidende  Rolle in der deutschen Kolonialpolitik in China und im Prozess der Professionalisierung der Sinologie. Am Beispiel seiner Lebens- und Werkgeschichte wird die Verflechtung von Kolonial- und Wissensgeschichte auf neuartige Weise analysiert. Unter Einbeziehung sozial- und familiengeschichtlicher Prägungen wird Geschichte "von unten" lebendig gemacht, in der biographischen Dimension werden neue, anschauliche Perspektiven auf koloniale Expansion und Sinologiegeschichte möglich.

Mechthild Leutner präsentiert erstmals die Ergebnisse ihrer Forschung zur frühen Geschichte der deutsch-chinesischen Beziehungen und Carl Arendt, der in den Darstellungen zur Geschichte der Sinologie bislang kaum berücksichtigt wurde.

Mechthild Leutner: Kolonialpolitik und Wissensproduktion. Carl Arendt (1838-1902) und die Entwicklung der Chinawissenschaft. Lit-Verlag: Münster 2016, 730 S. (Berliner Chinastudien 55)

Im Anschluss an den Vortrag wird die gleichnamige Ausstellung eröffnet.

Montag, 20. März 2017, 18:15 Uhr

R. 203 (großer Hörsaal)

Politik und Erinnerung
Wird die Geschichte der Kulturrevolution umgeschrieben?

Prof. Dr. Susanne Weigelin-Schwiedrzik, Universität Wien

Das Jahr 2016 war ein besonderes Erinnerungsjahr, wenn es um die Kulturrevolution geht. 1966 wurde der einstimmige Beschluss des ZK der KPCh über die Kulturrevolution gefasst, 10 Jahre später, so die offizielle Historiographie der VR China, endete die Kulturrevolution mit dem Sturz der sogenannten "Viererbande" im Oktober 1976. 2016 wurde wie alle zehn Jahre seitens der Propagandaabteilung des ZK der KPCh eine öffentliche Diskussion über die Kulturrevolution als nicht empfehlenswert eingestuft. Doch diese Empfehlung hat nicht wirklich Früchte getragen. Der Vortrag beschäftigt sich am Beispiel der Diskussionen zur Kulturrevolution aus den Jahren 2015/2016 mit deren politischen Implikationen und geht der Frage nach, inwieweit sich inzwischen eine alternative Darstellung der Kulturrevolution herausbildet, die im Gegensatz zu offiziellen Parteibeschlüssen eine positivere Einschätzung der Kulturrevolution nahelegt und die Opfer von damals, insbesondere Deng Xiaoping, für die Gewalttätigkeiten der ersten Stunden verantwortlich macht.

Montag, 12. Juni 2017, 18:15 Uhr

R. 203 (großer Hörsaal)

Chinas politische Entwicklung und internationale Verflechtung
Wie ist das Wirken Mao Zedongs zu werten?

Prof. Dr. Helwig Schmidt-Glintzer, China Centrum Tübingen
im Dialog mit Prof. Dr. Dr. h. c. Mechthild Leutner, Freie Universität Berlin
Moderation: Prof. Dr. Katja Levy, Freie Universität Berlin

Helwig Schmidt-Glintzer entwickelt in seiner soeben erschienenen Monographie Mao Zedong. »Es wird Kampf geben« : Eine Biografie“ auf Grundlage neuer Quellen und Forschungen differenzierte Positionen zu Mao Zedong und sucht seine Rolle in der chinesischen Entwicklung neu einzuschätzen.

Helwig Schmidt-Glintzer, Direktor des China Centrum Tübingen, Präsident des Erich-Paulun-Instituts, Seniorprofessor an der Eberhard Karls Universität Tübingen, Prof. em. für Ostasiatische Literatur- und Kulturwissenschaft der Georg-August-Universität Göttingen sowie Direktor der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel a.D., ist Sinologe und Publizist und einer der prominentesten China-Kenner Deutschlands.

Mechthild Leutner, emeritierte Professorin für Staat, Gesellschaft und Kultur des modernen China am Ostasiatischen Seminar der Freien Universität und Direktorin des Konfuzius-Instituts an der Freien Universität Berlin, ist eine international renommierte Sinologin, die sich mit der Geschichte des modernen China in ihren politischen, sozialen und kulturellen Dimensionen befasst.

Katja Levy ist Juniorprofessorin für Politik und Recht Chinas am Ostasiatischen Seminar der Freien Universität Berlin. Ihre Forschungsschwerpunkte beinhalten Politik, Recht und Gesellschaft der VR China unter besonderer Betrachtung rechtssoziologischer Fragestellungen sowie ausgewählte außenpolitische Themen.

Zur Monographie: Helwig Schmidt-Glintzer: Mao Zedong. »Es wird Kampf geben«: Eine Biographie. Matthes & Seitz Berlin 2017, 465 S.

Montag, 3. Juli 2017, 18:15 Uhr

R. 203 (großer Hörsaal)

Priorities for Chinese Dream

Prof. Dr. Yu Keping, Peking-Universität

Das Schlüsselkonzept des »chinesischen Traums« wurde vom chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping zu seinem Amtsantritt geprägt. Doch welche Inhalte und Ansätze umfasst das Konzept des »chinesischen Traums« im Detail? Gibt es Unterschiede zwischen dem Konzept des »chinesischen Traums« und dem »amerikanischen Traum«? Und auf welche Weise wird China den »chinesischen Traum“ schrittweise unter der Leitung von Staatspräsident Xi verwirklichen? Prof. Dr. Yu Keping, einer der renommiertesten Politikwissenschaftler der VR China, beleuchtet in seinem Vortrag anhand dieser und weiterer Fragen die Inhalte und Dimensionen des Konzepts und legt seine eigenen Kommentare und Überlegungen dar. Insbesondere diskutiert Prof. Dr. Yu Keping, welche Prioritäten China verfolgen sollte, um den »chinesischen Traum« in naher Zukunft zu verwirklichen.

Prof. Dr. Yu Keping ist Universitätsprofessor, Dekan der School of Government und Direktor des Forschungszentrums für Politikwissenschaft an der Peking-Universität und einer der einflussreichsten Intellektuellen der VR China. Er gilt als führender Wissenschaftler auf seinem Gebiet und wurde vielfach, u. a. mit Honorarprofessuren, ausgezeichnet. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören Politische Philosophie, Vergleichende Politikwissenschaft, Globalisierung, Zivilgesellschaft sowie Governance und politische Reformen in der VR China. Er ist Autor einer Vielzahl von Veröffentlichungen, u. a. Towards Good Governance (Beijing, 2016), Politics in Transitional China (Hong Kong, 2016), Essays on Modernizing State Governance (Beijing, 2015), Globalization and Changes in China’s Governance (Brill, 2013), Governance and Rule of Law in China (ed., Brill, 2012) und Democracy Is A Good Thing (Brookings, 2010).

Veranstaltung in englischer Sprache.
Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Montag, 9. Oktober 2017, 18:15 Uhr

R. 203 (großer Hörsaal)

Gegenwärtige Hochschulentwicklung in der VR China

Expertenrunde mit Prof. Dr. Chen Hongjie, Peking-Universität,
Graduate School of Education

Prof. Dr. Chen ist seit 2002 Professor am Institut für Höhere Bildung der Graduate School of Education an der Peking-Universität. Überdies ist er Direktor des Center for Doctoral Education der Peking-Universität, Herausgeber der Peking University Education Review und Vizepräsident des Hochschulausschusses des chinesischen Hochschulverbands.

Er war Gastwissenschaftler an der Freien Universität Berlin, der Humboldt-Universität zu Berlin (Humboldt-Stipendiat) und des Max-Planck-Instituts für Geschichte (Göttingen) sowie des Max-Weber-Kollegs der Universität Erfurt.

Die Schwerpunkte seiner Forschungen sind Hochschulentwicklung, Vergleichende Hochschulforschung, der deutsch-chinesische akademische Austausch und die Geschichte der Hochschulen.

Freitag, 3. November 2017, 16:15 Uhr

R. 203 (großer Hörsaal)

Städte ohne Slums?
Herausforderungen für Chinas Urbanisierung und Stadtplanung

Prof. Dr. Bettina Gransow, Freie Universität Berlin

In seiner offiziellen Selbstrepräsentation stellt China sich als (markt-)sozialistische Gesellschaft dar, in deren Städten es im Unterschied zu anderen Ländern des globalen Südens keine ausgedehnten Slumgebiete gibt. Der Vortrag geht der Frage nach, ob und wie das Modell slumfreier Weltstädte in China verwirklicht werden konnte, welche Herausforderungen sich aus diesem Idealbild für Chinas Urbanisierung und Stadtplanung ergeben und bis zu welchem Grad die Zunahme sozialer Disparitäten durch die physische Beseitigung von städtischen Armutsvierteln aufgefangen werden kann.

Montag, 23. Oktober 2017, 18:15 Uhr

R. 203 (großer Hörsaal)

Chinesische Harmonie, eine europäische Erfindung?

Prof. Dr. Joachim Gentz, Universität Edinburgh

China, vor allem das klassische China, wird heutzutage in westlichen Gesellschaften oft mit Harmonie assoziiert: Die Ausgewogenheit zwischen Yin und Yang, das Fließen der Ströme im Qigong, die Harmonie der Kräfte im Fengshui, das Dao als Prinzip einer natürlichen Harmonie kosmischer Kräfte. Auch den Konfuzianismus kennen wir vor allem als eine Philosophie der sozialen Harmonie. Seit 2005 propagiert die Kommunistische Partei Chinas das Ideal der „harmonischen Gesellschaft“ wieder: nicht als künftiges Ergebnis eines erfolgreich abgeschlossenen Klassenkampfes, sondern als besonderes Merkmal eines genuin chinesischen Weges in die sozialistische Marktwirtschaft. Schauen wir aber in die alten chinesischen Texte, stellt sich heraus, dass es dort kein einheitliches Konzept von Harmonie gibt, sondern eine Reihe von Schriftzeichen, die ganz unterschiedliche Arten von Relationen zwischen unterschiedlichen Bestandteilen eines Ganzen bezeichnen. Auch in den europäischen Diskursen über China taucht der Harmoniebegriff bis ins frühe 20. Jahrhundert nicht auf. Erst von den 1920er Jahren an wird, zuallererst in Europa, der Harmoniebegriff mit China assoziiert. Von dort her wird er dann auch in China übernommen. Ist Chinas Ideal der „harmonischen Gesellschaft” also ureigentlich ein europäisches Ideal?

Montag, 6. November 2017, 18:15 Uhr

R. 203 (großer Hörsaal)

In China

Sascha Hommer, Hamburg

Sascha Hommer nimmt uns mit seiner Graphic Novel „In China“ auf eine aufregende Reise in die Provinz Sichuan mit. In seinen Comics vermittelt er uns sein ganz persönliches Chinabild und seine mitunter verwirrenden Erfahrungen in der Fremde – ohne Wertung, aber mit künstlerischen Verfremdungen. Es gelingt ihm durch das visuelle Medium seine Eindrücke unmittelbar erlebbar zu machen. „In China“ erzählt von absurden Begegnungen, dem facettenreichen Leben in einer chinesischen Großstadt und der oft widersprüchlichen Alltagswirklichkeit. Hommer zeichnet in seinen bewusst gewählten Schwarz-Weiß-Bildern mal düstere, dann wieder komische und oftmals überraschende Eindrücke seines Lebens als Ausländer in China.

Sascha Hommer, Jahrgang 1979, ist freiberuflicher Illustrator und Comiczeichner aus Hamburg. Er studierte an der University of Applied Sciences in Hamburg, ist Herausgeber mehrerer Anthologien und Zeitschriften und gilt als eine der wichtigen Figuren des jungen deutschsprachigen Comics.

Im Anschluss an die Präsentation wird der Künstler gerne sein Buch für Sie signieren. Sascha Hommer: „In China“, Reprodukt Verlag 2016, 176 Seiten, ISBN: 987-395640-057-5

Montag, 13. November 2017, 18:15 Uhr

R. 203 (großer Hörsaal)