Konfuzius-Institut an der Freien Universität Berlin
 

Workshops

Die Neuausrichtung des chinesischen Wirtschaftsmodells unter Xi Jinping: Analyse der institutionellen Rahmenbedingungen

Joint Workshop des Konfuzius-Instituts an der Freien Universität Berlin und des GIGA German Institute of Global and Area Studies, Hamburg

Die Umsteuerung des chinesischen Wirtschaftsmodells hin zu einem stärker innovationsgetriebenen und ökologisch nachhaltigen Wachstum und einer höheren Verteilungsgerechtigkeit erweist sich schwieriger als erwartet. Mit der Entscheidung der KPCh im März 2018, eine „Gesamtführung der Partei als übergreifendes Prinzip“ zu installieren, soll nun der Aufstieg als globale Führungsmacht garantiert werden. Kann diese Neuausrichtung als Re-Zentralisierung von Entscheidungsmacht der Zentralregierung und Zementierung der KPCh als „Institution of last resort“ in allen wirtschaftlichen Entscheidungen interpretiert werden? Welche Veränderung der Anreizsysteme für die Akteure ist mit dieser Neuausrichtung verbunden? Durch welche Organisationen und Mechanismen soll die Umsetzung der Ziele erreicht werden

Im Mittelpunkt des Workshops steht die Analyse der institutionellen Rahmenbedingungen, die sich durch die Neuorientierung des Wirtschaftsmodells und die Stärkung der Position der KPCh als umfassende Entscheidungs- und Kontrollinstanz ergeben. Die Diskussion soll dem Ziel dienen, die institutionellen Unterschiede zwischen China und Deutschland/“dem Westen“ erkennen und ihre Bedeutung für die bilaterale und internationale Zusammenarbeit bewerten zu können.

Termin

Freitag, 26. Oktober 2018, 13.30 bis 18 Uhr

Samstag, 27. Oktober 2018, 9.00 bis 12.30 Uhr

Workshop-Programm

1. Tag: Freitag, 26.10.18
13.30-13.50

Begrüßung der Konferenzteilnehmer und Einführung in den Workshop Shi Shiwei (FU Berlin) und Margot Schüller (GIGA)

13.50-14.20

Neue Massnahmen der chinesischen Regierung für die Entwicklung, Reform und Öffnung Weidong Wang (Botschaft der VRC)

14.20-15.00

Die Neupositionierung der KPCh – Zeichen für das Versagen bestehender Entscheidungs- und Kontrollinstitutionen?
Nele Noesselt (Universität Duisburg/Essen)
Kommentar: Katja Levy (FU Berlin)

Panel 1: Neue Innovationsprogramme der Regierung und ihre Implementierung
15.00-15.40

(1) Ordnungspolitische Neugestaltung versus. prozessbegleitende Intervention – China steht am Scheideweg der Wirtschaftsreformen
Xiao Feng (Tongji Universität)
Kommentar: Marcus Conlé (Jacobs Universität)

15.40-16.10

Kaffeepause

16.10-16.50

Industriepolitische Metamorphosen: Das Beispiel der Elektromobilität
Doris Fischer (Universität Würzburg)
Kommentar: Genia Kostka (FU Berlin)

16.50-17.30

Der Einfluss der Digitalisierung auf die Rolle der Akteure im chinesischen Innovationssystem
Mingtao Shi (bbw Hochschule)
Kommentar: Xiao Feng (Tongji Universität)

2. Tag: Samstag, 27.10.2018
Panel 2: Neugestaltung der Beziehungen zwischen Markt und Staat sowie Zentralregierung und Lokalregierungen
09.00-09.40

(1) Die Neuausrichtung des Forschungsfördersystems
Margot Schüller (GIGA) und Yun Schüler-Zhou (GIGA)
Kommentar: Henning Kroll (Fraunhofer ISI)

09:40-10.00

Kaffeepause

10.00-10.40

(2) Regierungswettbewerb und die Neugestaltung der vertikalen fiskalischen Beziehungen in China
Xingyuan Feng (Chinesische Akademie der Sozialwissenschaften)
Kommentar: Elena Meyer-Clement (FU Berlin)

10:40-11:20

(3) Wird das administrative Monopol gebrochen? Reform der Marktregulierung und ihre Auswirkungen auf das innovationsorientierte Wachstum in China
Shiwei Shi (FU Berlin)
Kommentar: Doris Fischer (Universität Würzburg)

11.20-12.30

Abschließende Diskussionsrunde:
Implikationen für die bilaterale Zusammenarbeit
Praktische Beispiele Zhen Wu (Siemens AG)